Implementierung elektronischer Patientenakten: Deutschland im europäischen Vergleich nur auf Platz 10

25.11.16

Die Stiftung Münch vom Institut für Angewandte Versorgungsforschung (inav) hat in einer neuen Studie erstmals eine European Score Card entwickelt, die den Status ausgewählter Länder bei der Umsetzung elektronischer Patientenakten (ePA) abbildet. In einem Ampelsystem zeigt sich, dass im Vergleich 20 europäischer Länder Dänemark, Schweden und Finnland die Spitzenreiter sind. Länder wie Frankreich, Irland oder Italien bilden hingegen die Schlusslichter. Deutschland rangiert bei der Implementierung der ePA lediglich im Mittelfeld, auf Platz 10. Die Studie belegt zudem, dass in Ländern mit einer gut etablierten ePA eine eindeutige Gesetzeslage zur erfolgreichen Einführung beitrug. Um zu den führenden Ländern aufschließen zu können, ist demnach eine langfristige, nationale E-Health-Strategie in der Bundesrepublik erforderlich und der politische Wille, das Projekt zum Erfolg zu führen. Erfahrungswerte und Fehleranalysen aus anderen Ländern könnten ebenso dazu beitragen. Laut Studie liegt hierzulande eine große Schwachstelle in der fehlenden Kommunikationsstrategie, die Bürger und auch Leistungserbringer über die Vorteile der ePA aufklärt. Außderm gibt es in Deutschland zahlreiche Diskussionen über das Thema Datenschutz, das beispielsweise in Dänemark in Zusammenhang mit der elektronischen Patientenakte bisher keine Probleme aufwarf. 

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